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Kapitel 5: Die Entwicklung der Orgasmustheorie

Im Dezember 1920 wurde mir ein junger Student von Freud wegen Zwangsgrübeln, gehäufter Onanie und chronischer Schmerzen zur Behandlung geschickt. Das Zwangsgrübeln schwang sofort in Zwangsassoziieren um. Plötzlich brach jedoch eine Inzestfantasie durch, der Patient onanierte erstmals mit Befriedigung und seine Symptome waren schlagartig für einige Tage verschwunden. Zur gleichen Zeit beschäftigte mich ein Patient, der unter einer kompletten Erektionsunfähigkeit litt. Das "Gefühl der Leere in den Genitalien entspricht einem Entzug biologischer Energie". Dieser Patient zeigte sich sozial angepasst, ausgeglichen und führte brav alles aus, was von ihm verlangt wurde. Gerade in diesem Verhalten, dieser leeren, affektlosen, stoischen Ruhe zeigte sich der kranke, charakterliche Boden. Aufgrund dieses klinischen Falles eröffnete sich mir der charakteranalytische Begriff der Affektsperre. 

In der Psychoanalyse wurde die passive Technik als die einzig wahre betrachtet, auch stunden- oder wochenlanges Schweigen wurde als Vollendung dieser Technik gesehen. Meine Intuition sagte mir jedoch, dass dies falsch war. Die Patienten fühlten sich oft hilflos, schlechtes Gewissen und Trotz tauchten in der Therapie auf. Mir stellten sich folgende Fragen: Konnten die Freudsche Lehre von der Entstehung der Neurosen sowie seine Trieblehre wirklich vollständig sein? War eine naturwissenschaftliche Theorie der Technik und der Therapie überhaupt möglich und worin lag die Ursache der Sexualverdrängung und der Neurosenseuche?

Freud selbst interpretierte die Aktualneurosen als unmittelbaren Ausdruck gestauter Sexualität. Sie wurden seiner Meinung nach durch "nicht korrekt abgebaute chemische Sexualstoffe" ausgelöst. Eine Verbindung mit dem vegetativen Nervensystem sah er nicht. In scharfer Abgrenzung dazu betrachtete er die Psychoneurosen als Ergebnis kindlicher und unbewusster Sexualvorstellungen. Daher müssten die Psychoneurosen psychoanalytisch behandelt werden, die Aktualneurosen forderten dagegen ein "Abstellen des schädigenden Verhaltens". Bei der Angstneurose müssten die Abstinenz bzw. der Koitus Interruptus beendet werden, sowie bei der Neurasthenie (Erschöpfung und leichte Reizbarkeit) die exzessive Onanie. Sie könnten also durch das Ausleben der Libido geheilt werden. Ich konnte diese scharfe Abgrenzung in meinen klinischen Beobachtungen nicht bestätigen. Auch die Psychoneurosen hatten offensichtlich eine biologische Energiequelle und die Aktualneurosen wiesen einen psychologischen Überbau auf. 

Ist es möglich, Freuds Begriff der psychischen Energie konkreter zu fassen? Der klinische Alltag ließ in mir allmählich die Überzeugung aufkommen, dass die Stärke der psychischen Vorstellung direkt von der momentanen körperlichen Erregung abhängt. Die Stauungsneurose stellt eine körperliche Störung dar, verursacht durch unbefriedigte, falsch gelenkte Sexualerregung, die wiederum erst durch eine seelische Hemmung ermöglicht wird. Hierin lag der Zusammenhang. Die moralische Sexualhemmung war der Anlass, die unbefriedigte Sexualität die Triebkraft. Es klingt banal, doch jeder Mensch weiß im Grunde, dass dem seelisch Erkrankten nur eines fehlt: wiederholte volle sexuelle Befriedigung. 

Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass die Schwere der seelischen Erkrankung in direktem Verhältnis zur Schwere der Genitalstörung steht und der Heilerfolg ebenso direkt von der Möglichkeit der Wiederherstellung der vollen genitalen Befriedigungsfähigkeit abhängt. Das bedeutet, dass kein einziger Fall von Neurose mit intakter Genitalität existieren dürfte. Dies deckte sich jedoch nicht mit der klinischen Praxis, was aber an der unzureichenden Definition der "intakten Potenz" lag. Es fehlten noch die sexualökonomische Unterscheidung zwischen Klitoris- und Vaginalerregung und der Begriff der natürlichen Orgasmusfunktion. Denn betrachtete man die genitale Gesundheit genauer, stellte man fest, dass kein einziger der Patienten und Patientinnen sich im sexuellen Akt wirklich hingeben konnte. Hingabe schließt Unwillkürlichkeit und Verlust der Aufmerksamkeit mit ein! 

Ohne energetische, ökonomische und erlebnismäßige Anteile miteinzubeziehen, erweist sich der Begriff der sexuellen Potenz als sinnlos. Erektive und ejakulative Potenz stellen lediglich die Vorbedingungen orgastischer Potenz dar. Die orgastische Potenz selbst meint die "uneingeschränkte Fähigkeit zur Hingabe an das Strömen der biologischen Energie und schließlich die Fähigkeit zur Entladung der hochgestauten sexuellen Energie durch unwillkürliche lustvolle Körperzuckung". Kein Neurotiker verfügt über diese Fähigkeiten und die Mehrzahl der Menschen kann als charakterneurotisch krank betrachtet werden. 


Der orgastisch befriedigende Geschlechtsakt kann wie folgt beschrieben werden:

Die Erektion ist lustvoll und nicht schmerzhaft oder übererregt wie nach langer Abstinenz. Das Genitale der Frau ist blutreich und feucht, die Schleimhaut der Scheide erregt. Der orgastisch potente Mann verspürt den Wunsch zum Eindringen. Beide verhalten sich zärtlich. Pathologische Abweichungen wären aggressives, sadistisches oder masochistisches Verhalten. Frau und Mann sind gleichermaßen aktiv. Der passiv-feminine Charakter ist krankhaft. Durch die Einführung des Gliedes steigert sich die Lust bei Frau und Mann plötzlich und auf die gleiche Weise. Hineingesogen zu werden und einzusaugen sind die "gesunden" Vorstellungen von Mann und Frau. Das Bewusstsein stellt sich völlig auf die einströmenden Lustempfindungen ein. Auch das Ich ist aktiv beteiligt und versucht, alle Lustmöglichkeiten auszuschöpfen, bevor der Orgasmus einsetzt. Dies geschieht jedoch spontan und nicht durch bewusste Überlegungen. 

Orgastisch potente Menschen sprechen und lachen während des Geschlechtsaktes nie. Frauen und Männer stimmen darin überein, dass die Lustempfindungen umso stärker sind, je langsamer und besser abgestimmt die Friktionen stattfinden. Dies erfordert ein hohes Maß an Identifikation mit dem Partner. Eine Unterbrechung in dieser Phase wird noch als lustvoll wahrgenommen und verlängert den Akt. Im Orgasmus dagegen ist die Beherrschung des Ablaufs nicht mehr möglich. Die Erregung steigert sich und kann nicht mehr reguliert werden. Sie umfasst die gesamte Persönlichkeit, bewirkt Pulsbeschleunigung, tiefes Ausatmen und eine mehr oder weniger starke Trübung des Bewusstseins. Es ist die Phase der unwillkürlichen Muskelkontraktionen. Die körperliche Erregung konzentriert sich ganz auf das "Abströmen der Erregung vom Genitalen". Eine Unterbrechung in diesem Stadium ist für Mann und Frau sehr unlustvoll. Nach der "Entladung" erfolgen ein Rückströmen und ein plötzliches Absinken der Spannung. Die Erregung wird von angenehmer seelischer und körperlicher Entspannung abgelöst. Meist stellt sich auch ein starkes Schlafbedürfnis ein. Die sinnliche Beziehung wird von einer "gesättigten" zärtlichen Beziehung, verbunden mit einem Gefühl der Dankbarkeit, abgelöst. 

Der Orgasmus wird intensiver erlebt, wenn die Höhepunkte zusammenfallen. Das ist bei Menschen möglich, die ihre Zärtlichkeit und Sinnlichkeit auf einen Partner konzentrieren können und "die Fähigkeit besitzen, sich trotz mancher Widersprüche mit der gesamten affektiven Persönlichkeit auf das orgastische Erleben einzustellen". Im Gegensatz dazu verspürt der orgastisch gestörte Mensch Ekel, Müdigkeit, Abscheu oder Gleichgültigkeit gegenüber dem Partner. Enttäuschung, reges Fantasieren und Unechtheit dominieren den Geschlechtsakt. 

Die Störung der Genitalität ist das Hauptsymptom der Neurose, Impotenz und Frigidität der Schlüssel zu ihrem Verständnis. Die Neurose bezieht ihre Energie aus der Differenz zwischen sexuellem Energieaufbau und Energieabbau. Das Ziel der kausalen analytischen Therapie muss daher die Wiederherstellung der orgastischen Potenz sein. Alle neurotischen Fantasien können aus der kindlich-sexuellen Frühbeziehung zu den Eltern abgeleitet werden. Krankhafte Bindungen verlieren jedoch ihre Kraft, wenn die aktuelle Energiestauung behoben wird oder anders ausgedrückt, die volle orgastische Befriedigung erreicht wird. Die Qualitäten der seelischen Erkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit der Energiestärke, die diese Erkrankungen speist. 

Auf diesem Wege entwickelte sich nicht nur die Sexualökonomie mit den späteren Verzweigungen Bionforschung, Krebsforschung und Orgonforschung, sondern in der Folge auch die Sexualsoziologie, welche die gesellschaftliche und politische Frage nach dem "Warum?" der Unterdrückung des Geschlechtslebens untersuchen sollte. 

Der Sexualprozess kann als der Lebensprozess schlechthin betrachtet werden:
"In allem, was lebt, wirkt sexuelle, vegetative Energie".

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Im Dezember 1920 wurde mir ein junger Student von Freud wegen Zwangsgrübeln, gehäufter Onanie und chronischer Schmerzen zur Behandlung geschickt. Das Zwangsgrübeln schwang sofort in... mehr erfahren »
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Kapitel 5: Die Entwicklung der Orgasmustheorie

Im Dezember 1920 wurde mir ein junger Student von Freud wegen Zwangsgrübeln, gehäufter Onanie und chronischer Schmerzen zur Behandlung geschickt. Das Zwangsgrübeln schwang sofort in Zwangsassoziieren um. Plötzlich brach jedoch eine Inzestfantasie durch, der Patient onanierte erstmals mit Befriedigung und seine Symptome waren schlagartig für einige Tage verschwunden. Zur gleichen Zeit beschäftigte mich ein Patient, der unter einer kompletten Erektionsunfähigkeit litt. Das "Gefühl der Leere in den Genitalien entspricht einem Entzug biologischer Energie". Dieser Patient zeigte sich sozial angepasst, ausgeglichen und führte brav alles aus, was von ihm verlangt wurde. Gerade in diesem Verhalten, dieser leeren, affektlosen, stoischen Ruhe zeigte sich der kranke, charakterliche Boden. Aufgrund dieses klinischen Falles eröffnete sich mir der charakteranalytische Begriff der Affektsperre. 

In der Psychoanalyse wurde die passive Technik als die einzig wahre betrachtet, auch stunden- oder wochenlanges Schweigen wurde als Vollendung dieser Technik gesehen. Meine Intuition sagte mir jedoch, dass dies falsch war. Die Patienten fühlten sich oft hilflos, schlechtes Gewissen und Trotz tauchten in der Therapie auf. Mir stellten sich folgende Fragen: Konnten die Freudsche Lehre von der Entstehung der Neurosen sowie seine Trieblehre wirklich vollständig sein? War eine naturwissenschaftliche Theorie der Technik und der Therapie überhaupt möglich und worin lag die Ursache der Sexualverdrängung und der Neurosenseuche?

Freud selbst interpretierte die Aktualneurosen als unmittelbaren Ausdruck gestauter Sexualität. Sie wurden seiner Meinung nach durch "nicht korrekt abgebaute chemische Sexualstoffe" ausgelöst. Eine Verbindung mit dem vegetativen Nervensystem sah er nicht. In scharfer Abgrenzung dazu betrachtete er die Psychoneurosen als Ergebnis kindlicher und unbewusster Sexualvorstellungen. Daher müssten die Psychoneurosen psychoanalytisch behandelt werden, die Aktualneurosen forderten dagegen ein "Abstellen des schädigenden Verhaltens". Bei der Angstneurose müssten die Abstinenz bzw. der Koitus Interruptus beendet werden, sowie bei der Neurasthenie (Erschöpfung und leichte Reizbarkeit) die exzessive Onanie. Sie könnten also durch das Ausleben der Libido geheilt werden. Ich konnte diese scharfe Abgrenzung in meinen klinischen Beobachtungen nicht bestätigen. Auch die Psychoneurosen hatten offensichtlich eine biologische Energiequelle und die Aktualneurosen wiesen einen psychologischen Überbau auf. 

Ist es möglich, Freuds Begriff der psychischen Energie konkreter zu fassen? Der klinische Alltag ließ in mir allmählich die Überzeugung aufkommen, dass die Stärke der psychischen Vorstellung direkt von der momentanen körperlichen Erregung abhängt. Die Stauungsneurose stellt eine körperliche Störung dar, verursacht durch unbefriedigte, falsch gelenkte Sexualerregung, die wiederum erst durch eine seelische Hemmung ermöglicht wird. Hierin lag der Zusammenhang. Die moralische Sexualhemmung war der Anlass, die unbefriedigte Sexualität die Triebkraft. Es klingt banal, doch jeder Mensch weiß im Grunde, dass dem seelisch Erkrankten nur eines fehlt: wiederholte volle sexuelle Befriedigung. 

Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass die Schwere der seelischen Erkrankung in direktem Verhältnis zur Schwere der Genitalstörung steht und der Heilerfolg ebenso direkt von der Möglichkeit der Wiederherstellung der vollen genitalen Befriedigungsfähigkeit abhängt. Das bedeutet, dass kein einziger Fall von Neurose mit intakter Genitalität existieren dürfte. Dies deckte sich jedoch nicht mit der klinischen Praxis, was aber an der unzureichenden Definition der "intakten Potenz" lag. Es fehlten noch die sexualökonomische Unterscheidung zwischen Klitoris- und Vaginalerregung und der Begriff der natürlichen Orgasmusfunktion. Denn betrachtete man die genitale Gesundheit genauer, stellte man fest, dass kein einziger der Patienten und Patientinnen sich im sexuellen Akt wirklich hingeben konnte. Hingabe schließt Unwillkürlichkeit und Verlust der Aufmerksamkeit mit ein! 

Ohne energetische, ökonomische und erlebnismäßige Anteile miteinzubeziehen, erweist sich der Begriff der sexuellen Potenz als sinnlos. Erektive und ejakulative Potenz stellen lediglich die Vorbedingungen orgastischer Potenz dar. Die orgastische Potenz selbst meint die "uneingeschränkte Fähigkeit zur Hingabe an das Strömen der biologischen Energie und schließlich die Fähigkeit zur Entladung der hochgestauten sexuellen Energie durch unwillkürliche lustvolle Körperzuckung". Kein Neurotiker verfügt über diese Fähigkeiten und die Mehrzahl der Menschen kann als charakterneurotisch krank betrachtet werden. 


Der orgastisch befriedigende Geschlechtsakt kann wie folgt beschrieben werden:

Die Erektion ist lustvoll und nicht schmerzhaft oder übererregt wie nach langer Abstinenz. Das Genitale der Frau ist blutreich und feucht, die Schleimhaut der Scheide erregt. Der orgastisch potente Mann verspürt den Wunsch zum Eindringen. Beide verhalten sich zärtlich. Pathologische Abweichungen wären aggressives, sadistisches oder masochistisches Verhalten. Frau und Mann sind gleichermaßen aktiv. Der passiv-feminine Charakter ist krankhaft. Durch die Einführung des Gliedes steigert sich die Lust bei Frau und Mann plötzlich und auf die gleiche Weise. Hineingesogen zu werden und einzusaugen sind die "gesunden" Vorstellungen von Mann und Frau. Das Bewusstsein stellt sich völlig auf die einströmenden Lustempfindungen ein. Auch das Ich ist aktiv beteiligt und versucht, alle Lustmöglichkeiten auszuschöpfen, bevor der Orgasmus einsetzt. Dies geschieht jedoch spontan und nicht durch bewusste Überlegungen. 

Orgastisch potente Menschen sprechen und lachen während des Geschlechtsaktes nie. Frauen und Männer stimmen darin überein, dass die Lustempfindungen umso stärker sind, je langsamer und besser abgestimmt die Friktionen stattfinden. Dies erfordert ein hohes Maß an Identifikation mit dem Partner. Eine Unterbrechung in dieser Phase wird noch als lustvoll wahrgenommen und verlängert den Akt. Im Orgasmus dagegen ist die Beherrschung des Ablaufs nicht mehr möglich. Die Erregung steigert sich und kann nicht mehr reguliert werden. Sie umfasst die gesamte Persönlichkeit, bewirkt Pulsbeschleunigung, tiefes Ausatmen und eine mehr oder weniger starke Trübung des Bewusstseins. Es ist die Phase der unwillkürlichen Muskelkontraktionen. Die körperliche Erregung konzentriert sich ganz auf das "Abströmen der Erregung vom Genitalen". Eine Unterbrechung in diesem Stadium ist für Mann und Frau sehr unlustvoll. Nach der "Entladung" erfolgen ein Rückströmen und ein plötzliches Absinken der Spannung. Die Erregung wird von angenehmer seelischer und körperlicher Entspannung abgelöst. Meist stellt sich auch ein starkes Schlafbedürfnis ein. Die sinnliche Beziehung wird von einer "gesättigten" zärtlichen Beziehung, verbunden mit einem Gefühl der Dankbarkeit, abgelöst. 

Der Orgasmus wird intensiver erlebt, wenn die Höhepunkte zusammenfallen. Das ist bei Menschen möglich, die ihre Zärtlichkeit und Sinnlichkeit auf einen Partner konzentrieren können und "die Fähigkeit besitzen, sich trotz mancher Widersprüche mit der gesamten affektiven Persönlichkeit auf das orgastische Erleben einzustellen". Im Gegensatz dazu verspürt der orgastisch gestörte Mensch Ekel, Müdigkeit, Abscheu oder Gleichgültigkeit gegenüber dem Partner. Enttäuschung, reges Fantasieren und Unechtheit dominieren den Geschlechtsakt. 

Die Störung der Genitalität ist das Hauptsymptom der Neurose, Impotenz und Frigidität der Schlüssel zu ihrem Verständnis. Die Neurose bezieht ihre Energie aus der Differenz zwischen sexuellem Energieaufbau und Energieabbau. Das Ziel der kausalen analytischen Therapie muss daher die Wiederherstellung der orgastischen Potenz sein. Alle neurotischen Fantasien können aus der kindlich-sexuellen Frühbeziehung zu den Eltern abgeleitet werden. Krankhafte Bindungen verlieren jedoch ihre Kraft, wenn die aktuelle Energiestauung behoben wird oder anders ausgedrückt, die volle orgastische Befriedigung erreicht wird. Die Qualitäten der seelischen Erkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit der Energiestärke, die diese Erkrankungen speist. 

Auf diesem Wege entwickelte sich nicht nur die Sexualökonomie mit den späteren Verzweigungen Bionforschung, Krebsforschung und Orgonforschung, sondern in der Folge auch die Sexualsoziologie, welche die gesellschaftliche und politische Frage nach dem "Warum?" der Unterdrückung des Geschlechtslebens untersuchen sollte. 

Der Sexualprozess kann als der Lebensprozess schlechthin betrachtet werden:
"In allem, was lebt, wirkt sexuelle, vegetative Energie".

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